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Das Lernen positiv beeinflussen und unterstützen

 

31.05.2019

 

Der Einfluss von schlafen, essen, trinken und Bewegung auf die Konzentration und Aufnahmefähigkeit von Kindern und Jugendlichen ist gravierend. Unsere Gastautorinnen Sonja Hanselmann-Jüttner und Tina Goerlich von PTE erklären, wie man Kinder mit einfachen Mitteln im Alltag beim Lernen unterstützen kann.

 

Schlafen ist ein Grundbedürfnis

Ausreichend Schlaf ist wichtig. Für Kinder sogar noch viel wichtiger als für Erwachsene. Ein Grund, warum Kinder mehr schlafen müssen, ist ihr erhöhter Lernaufwand: Im Schlaf verfestigt sich das Gedächtnis.

In REM-Phasen laufen Prozesse ab, die mit der Speicherung von Erinnerungen, Konsolidierung von Gedächtnisinhalten und Lernen zu tun haben. Schlafdauer, Schlaftiefe und Schlafrhythmus und selbst die bevorzugte Schlafenszeit sind eine Frage von Genen und innerer Uhr. Wer entgegen seiner Veranlagung den Wecker stellen muss, riskiert einen sozialen Jetlag.

 

Entscheidend sind aber auch Alter und Entwicklung: Babys verschlafen zwei Drittel der Zeit, Siebtklässler liegen mit durchschnittlich neuneinhalb Stunden noch über dem Mittel der Erwachsenen. Jugendliche tendieren zur späten Nachtruhe – gesteuert von ihrer inneren Uhr.

 

Warum ist Schlafen so wichtig?

 

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Schlaf wesentlich dafür ist, dass sich das Gedächtnis bildet. So zeigen sich während des Schlafens dieselben Netzwerkaktivitäten im Gehirn wie während des Lernens am Tag. Forscher vermuten daher, dass sich durch eine solche Wiederholung die Erinnerung vertieft.

 

Der Einfluss von Ernährung auf das Lernen

 

Kinder haben während des Wachstums einen hohen Energiebedarf und brauchen besonders viele Nährstoffe, um Knochen, Muskeln und Organe aufzubauen. Es gibt kein Lebensmittel, das alle Nährstoffe liefert, sondern die Mischung macht’s: Erst eine gute Kombination aus Getreideprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst und tierischen Lebensmitteln versorgt Kinder und Erwachsene mit allem, was für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden nötig ist. Insbesondere komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Haferflocken und Kartoffeln sind unverzichtbar für die Energieversorgung des Gehirns.

 

 

Wasser ist lebensnotwendig

 

Trinken ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt, eine gute Durchblutung und ausreichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Je nach Alter sollten Kinder zwischen 0,7 und einem Liter pro Tag trinken, bei Hitze und viel körperlicher Aktivität auch mehr. Besonders gute Durstlöscher sind Leitungswasser, Mineralwasser, ungesüßte Frucht- und Kräutertees sowie Fruchtsaftschorlen.

 

Lust auf Zucker?!

 

Kinder mit besonderen Problemstellungen wie ADHS haben oft ein erhöhtes Verlangen nach Zucker. Zucker regt die Serotoninproduktion an und macht glücklich. Generell gilt Zucker bei allen Kindern in größeren Mengen als bedenklich, da er süchtig machen kann. Deshalb wird geraten, Süßigkeiten nicht als Belohnung oder Anreiz einzusetzen.

 

Bewegung schafft Ausgleich

 

Die körperlichen Folgen von Bewegungsmangel können vielfältig sein: Übergewicht, Rückenschmerzen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und vieles mehr. Doch Bewegung ist auch wichtig für die geistige Entwicklung – und fürs Gehirn. Schon eine Stunde Bewegung täglich kann die schulischen Leistungen verbessern. Neurowissenschaftler machen dafür verschiedene Faktoren verantwortlich: So nimmt bei sportlicher Betätigung die Verbindung zwischen Nerven und den verschiedenen Gehirnbereichen zu. Außerdem verbessert sich gleichzeitig die Durchblutung und die Versorgung des Gehirns mit Nährstoffen und Sauerstoff.

 

 

Bewegung in Schule und Freizeit

 

Bewegung ist sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich wichtig. Während im schulischen Bereich die Sportstunden fest vorgeschrieben sind, kann in der Freizeit auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden. Bewegung kann dabei vielfältig sein: Skateboard fahren, Fußball spielen, „Slacklinen“ oder Waveboarden oder auch nur einmal der Weg zur Bücherei mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Auch Sportvereine oder Sportschulen bieten Kindern einiges an Angeboten. Viele bieten Schnupperstunden an, in denen das Kind eine Sportart unverbindlich und kostenlos kennenlernen und testen kann. Kindersportschulen (Kiss) bieten Kindern von drei bis zehn Jahren die Möglichkeit einer breiten, sportartenübergreifenden motorischen Grundlagenausbildung.

 

Ausflüge für Klein und Groß

 

Wie wäre es mit einem Fahrradausflug für die ganze Familie? Oder mit einer Wanderung? Wandern ist bei vielen Kindern zwar meist nicht so angesagt. Kombiniert man es aber mit coolen Elementen und macht aus der Wanderung eine Geocaching-Tour, sind kleinere und größere Kinder begeistert. Geeignet für unterschiedliche Altersgruppen sind auch Naturparks, welche in ganz Deutschland zu finden sind.

 

Quellen

https://www.dasgehirn.info/handeln/schlaf-und-traum/der-individuelle-schlaf https://www.schlafzentrum.med.tum.de/index.php/page/norma-ler-schlaf https://www.dasgehirn.info/handeln/schlaf-und-traum/lernen-im-schlaf https://www.dasgehirn.info/handeln/schlaf-und-traum/anatomie-des-schla-fes?gclid=eaiaiQobchMizod24eai2giVcpPtch3bowh-PeaMYasaaeglKuPd_bwe https://www.dasgehirn.info/handeln/ernaehrung/ueberflieger-durch-nerven-nahrung https://www.tu-chemnitz.de/hsw/ab/prof/sportpsychologie/data/Mein%20gehirn%20in%20bewegung.pdf

Bildquellen: LegaKids Stiftungs-GmbH

 

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